Gerhard

...immer noch ich

Mich interessieren schöne, auch schöngeistige Dinge, besonders Klarheit im Denken, sofern es in der heutigen Zeit der Überflutung mit Informationen möglich ist.

Ich habe Jahrzehnte meines Lebens damit verbracht, ein kleines Stück dieser Welt zu verändern. Dies geschah  mittels eines kleinen Unternehmens, welches letztlich an der stärkeren Macht – der realen Wirtschaft – scheiterte.

Das war mein Glück!

Da ich nun mehr Zeit habe, kann ich nun Visionen und Lebenserfahrung kombinieren und mittels Phantasiegestalten- und Handlungen etwas davon unter die Leute bringen. Oliver Twist, Huckleberry Finn, Winnetou und viele andere Helden der Literatur haben meiner Meinung nach zumindest für meine Generation mehr erreicht als alle Politiker zusammen.

Wenn ich Ihnen über mich erzählen soll, kann dies in wenigen bedeutungslosen Zeilen oder in 2-3 Romanen geschehen.

Der Form halber doch noch ein paar Zeilen .

Ich bin an einem Sonntag im Juni 1958 in Mediasch – Siebenbürgen (Rumänien) geboren. Habe dort deutsche Grundschule und Gymnasium besucht. (Richtig rumänisch habe ich erst in den 1990-er Jahren gelernt, als ich schon längst in Deutschland wohnte.)

1978 als Aussiedler (Rucksackdeutscher) nach Deutschland gekommen.

Seit 1983 selbstständig, davon über 20 Jahre im Bartergeschäft.

Bis zur Auswanderung 1978 träumte ich davon, Schriftsteller zu werden. In Rumänien gab es mittels der Schulen jedes Jahr 1-2 Literaturwettbewerbe. Ohne jede Vorbereitung auf den jeweiligen Wettbewerb war ich immer unter den Besten. Dabei klingt mir heute noch ein Satz meiner Deutschlehrerin im Ohr: „ Du kriegst für den Wettbewerb/Aufsatz eine Eins. Aber: deine Grammatik….“ Daran hat sich bis dato nicht viel geändert.

Als wir dann nach Deutschland kamen, änderten sich meine Prioritäten doch. Weiterbildung, Arbeit, Geld – der Kapitalismus hatte mich voll im Griff. Die Schriftsteller verdienten bis auf wenige Ausnahmen nicht viel. Daran hat sich auch nichts geändert, allerdings will ich jetzt nicht mehr reich oder berühmt werden. Ich würde mich freuen, wenn ich ein paar Bücher vollenden  und zumindest ein paar Leute damit begeistern kann.

Tschik

.. nimmt immer mehr Einfluss auf Gerhard´s Leben

Die Existenz vom Tschik begann während meiner Schulzeit, in der dritten oder vierten Klasse. Allerdings war es damals noch der Schikerli. Ich weiß noch, dass der Spitzname von einem Schulkollegen namens Schön kam. Der Name wurde schnell von den anderen Schulkameraden und Freunden angenommen und ist in diesem Kreis bis heute geblieben.

Nach der Schule verschwand der Schikerli. Ab und zu wurde sein Name in Deutschland noch ausgesprochen, von obengenanntem Freundeskreis.

Als Gerhard zum Unternehmer wurde, verschwand Schikerli vollkommen von der Bildfläche. Nach langer Zeit benötigte Gerhard für das Internet (Chats, Foren, Blogs, Spiele) ein Pseudonym. Er erinnerte sich an Schikerli. Den Schikerli empfand er allerdings als zu kindisch für sein Alter. Also wurde dieser zum Tschik umbenannt.

Der Tschik trieb sich lange Zeit in Foren, Blogs und Chats rum. Unbemerkt von Gerhard begann er eigene Gedanken, Visionen und Zukunftspläne zu entwickeln.

Als Gerhard dann vom Unternehmer zum Nobody wurde, schlug er gnadenlos zu. Er löschte jede Ambition von Gerhard, nochmal zu Reichtum und Einfluss zu kommen. Stattdessen zeigte er ihm wie schön das Leben als solches ist, führte ihn zu Gefühlen wie Demut und Dankbarkeit. Nachdem Gerhard all dies assimiliert hatte, implementierte er seine verrückten Ideen in dessen Bewusstsein.

Nun hat der Tschik Gerhard so weit gebracht, das dieser nur noch in punkto Ernährung einen eigenen Willen hat. Ansonsten treibt er ihn immer weiter voran mit seinen Ideen.

Jetzt soll Gerhard außer dem Schreiben auch noch einen Blog erstellen. In diesem präsentiert der Tschik in aller Ausführlichkeit seine Ideen und Projekte. Die ganze Welt soll daran teilhaben. Es interessiert ihn nicht, ob er damit Gerhards Leben vollkommen durcheinander bringt.

Allerdings hat er Gerhard noch nicht vollkommen im Griff. Zum Beispiel konnte er diesen noch nicht dazu bringen , das Rauchen aufzugeben. Das besorgt ihn, da sein Schicksal ja eng mit dem von Gerhard verbunden ist.

1 Kommentar

  1. Das nennt man dann Tschiksal 🙂

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